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sunnuntai 7. kesäkuuta 2015

Peltoon kätketty aarre



Frühjahrskirche der Deutschen Schule in der Agricolakirche am 29.5.2015

"Taivasten valtakunta on kuin peltoon kätketty aarre. Kun mies löysi sen, hän peitti sen uudelleen maahan, ja sitten hän iloissaan myi kaiken minkä omisti ja osti sen pellon. Taivasten valtakunta on myös tällainen. Kauppias etsi kauniita helmiä.  Kun hän löysi yhden kallisarvoisen helmen, hän myi kaiken minkä omisti ja osti sen."


"Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, den ein Mensch fand und verbarg; und in seiner Freude ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker. Wiederum gleicht das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte,  und als er eine kostbare Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie."


Liebe Brüder und Schwestern in Jesus Christus, rakkaat siskot ja veljet Jeesuksessa Kristuksessa!

Muutama viikko sitten eräässä puuhakkaassa luokassa luettiin Vanhan testamentin kertomuksia Abrahamista, Saarasta ja Iisakista. Kun tuli puheeksi, että nämä tarinat kuuluvat Raamatun historiakertomuksiin nousi luokassa käsi ylös ja huolestunut oppilas huudahti: Opettaja, opettaja – eivät nämä ole mitään tarinoita, ne ovat totta! Et sinä voi sanoa niitä tarinoiksi! Tarinat ovat keksittyjä! Monipolvisten selittelyjen jälkeen päästiin yhteisymmärrykseen asiasta: emme voi tarkkaan tietää, mitä 2500 vuotta sitten Israelissa todella tapahtui, mutta sen, että noista tapahtumista edelleen luetaan, ja että nuo tapahtumat edelleen vaikuttavat voimallaan ihmisten elämään, täytyy olla totta.  Tyhjät asiat katoavat ajan virtaan, mutta se mikä on totta, säilyy.

Sama koskee tätä tämän päivän evankeliumia. Missä ja kenelle Jeesus nuo sanansa puhui, sitä emme tiedä. Mutta se, että ne ovat muuttumatta eläneet 2000 vuotta, kertoo siitä, että ne ovat totta ja kertomisen arvoisia myös tänä päivänä ja tässä kirkossa.

Evankeliumi tarkoittaa hyvää sanomaa. Se on iloinen viesti Jumalalta ihmisille, jotta nämä ymmärtäisivät elää kunnolla elämässään ja ajattelisivat myös ikuisuutta. Tähän kristityn elämään kuluu sekä rakkaus Jumalaan että rakkaus lähimmäistä kohtaan. Jeesus opetti tavallisia ihmisiä ja tuossa työssään hän käytti paljon vertauksia, jotta nuo paimenet, räätälit ja suutarit olisivat häntä paremmin ymmärtäneet. Tämän päivän evankeliumissa oleva vertaus puhuu aarteista: joko peltoon kätketystä tai helmestä.

Aarre on jotain aivan erityistä, kallisarvoista ja ainutlaatuista. Se voi muuttaa löytäjän elämän kokonaan. Aarteen löytäjä haluaa pitää sen myös itsellään. Näitä aarrevertauksia voisi ymmärtää ainakin kahdella tavalla. Ensiksikin on kyse etsimisestä ja löytämisestä. Ihminen etsii elämäänsä mieltä ja sisältöä, jonka hän sisimmässään tietää olevan olemassa, mutta joka tuntuu olevan häneltä kätkössä ja kadoksissa, kuin mutaisessa pellossa, ja kun hän sitten löytää aarteen, kun hän löytää merkityksen olemassaololleen, on hän valmis antamaan kaiken muun saadaksen omistaa tämän aarteen. Näin voisi evankeliumia tulkita ihmisen näkökulmasta.

Entä jos onkin niin, että Jeesus on tuon aarteen löytäjä ja tuo helmiä etsivä kauppias? Jos meidän kristittyjen elämä onkin kätkettynä Kristukseen, aivan kuin tuo aarre pellossa? Jos me ihmiset olemmekin niitä kallisarvoisia helmiä, jonka vuoksi Kristus-kauppias on ollut valmis antamaan kaiken omistamansa, koska olemme hänelle niin merkittäviä ja ainutlaatuisia? Näin voisi evankeliumia tulkita Jeesuksen näkökulmasta.

Ymmärsipä vertauksen niin tai näin, on kyseessä jotain sinun ja minun elämää syvästi koskettavasta asiasta: uskosta. Tuon uskon hoitamiseksi olemme myös tänään koolla täällä kirkossa.

Liebe Brüder und Schwestern!

Unser heutiges Evangelium behandelt die vergänglichen und unvergänglichen Schätze. Welches sind die Perlen und Kleinodien, die wir für köstlich halten? Strahlen sie hell und schön wegen ihrer inneren Schönheit und Wahrheit oder sind sie letztlich nur Asch und Bein?

Im Laufe des Schuljahrs haben wir sicher echte Schätze gesammelt und gefunden. Beim Lernen haben sich die Tiefen des Wissens und der Einsicht aufgetan. Wir haben durch unsere Bemühungen Mittel und Werkzeuge erworben, womit wir unser Leben jetzt und in der Zukunft bauen können. Das Miteinander mit den Klassenkameraden, Lehrern und Kollegen hat unser Verständnis für die Gemeinschaft vertieft: allein schaffen wir nicht so viel wie zusammen. Auch die Probleme und Misserfolge haben uns erzogen das Leben und sich selbst besser zu verstehen. Die Schule vermittelt im besten Falle unvergängliche Werte oder wenigstens sollte sie eine Anleitung geben, welchen Weg man in diese Richtung einschlagen soll. Bei dieser Arbeit haben wir Lehrer eine wichtige Arbeit, eine von wichtigsten in dieser Gesellschaft.


Unser heutiges Evangelium erzählt auch über die Werte, die im Text Schatz und Perle genannt werden. Legen wir kurz diese Bilder aus.


Die Perle aus dem Meer ist ein Bild von der christlichen Gemeinde. Der Schatz spricht vom irdischen und die Perle vom himmlischen Volk Gottes. Gott hat neben seinem irdischen Volk noch ein weiteres Volk, das er sich auf gleiche Weise zum Eigentum erwirbt. Der Unterschied ist jedoch, dass diese Perle im Meer gefunden wird. Das Meer ist ein Bild für die Nationen, für die Völker. Die christliche Gemeinde wird aus diesen Nationen gesammelt.

Eine Perle entsteht auf Grund des Leidens, wenn ein Sandkorn in eine Muschel eindringt. Dieser erhärtet und wächst immerzu weiter. Eine Perle ist also ein Sandkörnchen mit einem sehr wertvollen Stoff drum herum. Es beginnt aber alles mit normalem Sand, mit derselben Substanz, aus der auch die Erde besteht, aus dem der Mensch erschaffen worden ist. Die Perle wird durch Leiden geläutert und es bildet sich eine sehr schöne Form. Die Perle ist nämlich rund, was ein Bild der Ewigkeit ist. Also in einem Bild der Perle finden wir die Schöpfung, das Leben und die Erlösung.
Diese Bilder des Evangeliums geben uns ein Zeugnis dafür, dass wir Gottes Eigentum sowohl in dieser als jener Zeit sein sollten.

Wir sind Ewigkeitswesen und deswegen müssen wir auch demgemäß leben: dessen Bausteine sind Glaube und Nächstenliebe. Ohne diese Schätze wird unser Leben arm. Ohne diese Perlen sind wir Bettler.


Die Bilder des Evangeliums sprechen auch über das Suchen und Finden. Die schönen Ferienwochen stehen jetzt bevor. Durch die Pracht der Natur verkündigt Gott seine Liebe zu uns. Vielleicht hätte man jetzt die Zeit danach zu fragen, worauf ich mein Leben baue. Zeit zum Suchen und Finden. Allen eine gesegnete Sommerzeit!




sunnuntai 4. toukokuuta 2014

Misericordias Domini



Misericordias Domini, Guthirtensonntag

Misericordias Domini in aeternum cantabo

(Diese Predigt wurde in der Deutschen Kirche Helsinki am 4.5.2013 gehalten)

Der Predigttext des heutigen Sonntags steht geschrieben im 13. Kapitel des Hebräerbriefes:

 „Der Gott des Friedens aber, der den großen Hirten der Schafe, unsern Herrn Jesus, von den Toten heraufgeführt hat durch das Blut des ewigen Bundes, der mache euch tüchtig in allem Guten, zu tun seinen Willen, und schaffe in uns, was ihm gefällt, durch Jesus Christus, welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“


Liebe Brüder und Schwester!

Guthirtensonntag heißt dieser Sonntag des Kirchenjahres. Unsere kleinen Gemeindemitglieder haben das Lämmchen in ihren Gottesdienst mitgenommen als ein Zeichen dafür, dass wir alle Schafe Jesu sein sollten. Jesus als Hirte und wir Christen als Schafe ist ein altes, vielleicht ein bisschen schnulziges Bild über Jesus und über das Christsein. Ein Christ als ein Lamm kommt dem modernen Menschen nicht besonders mündig vor und warum muss er eben nach den verlorenen laufen: wir anständigen sind ja da!
Hirten und Schafe sind trotzdem keine niedlichen Schnörkel oder Verzierungen der biblischen Sprache. Nein, eher muss man sagen, dass sie zu den zentralen Begriffen des Glaubens gehören. Die Hirten verrichten eine schwere und unbequeme Arbeit auf den Wiesen und sind auch dann im Einsatz, wenn die anderen Menschen im Bett liegen. Ihre Arbeit ist den anderen zu dienen. Sie gehören nicht zu der Oberschicht. Sie vertreten Demut und Dienstbereitschaft.
Das Bild vom Hirten spielt in der Bibel eine große Rolle. Der Hirte vertritt ein großes Ideal. In der Vätergeschichte waren ja die Hauptgestalten Abraham, Isaak und Jakob Hirten, König David war auch Hirte sogar in zweier Weise: zuerst hütete er seine Schafe und dann später das Volk Israel.  Auch die Könige in der alttestamentlichen Welt wurden entweder gute oder schlechte Hirten genannt.

Jahwe betrachtet im Alten Testament die Aufnahme oder Verwerfung Seiner Boten und damit Seiner Botschaft, als seine persönliche Annahme oder Verwerfung. Wer diese Zeugen und ihre Botschaft angenommen und sich darunter gebeugt hat, wird mit "Schaf" bezeichnet und zur Rechten des Königs gestellt und darf ins ewige Leben eingehen; wer aber Gott und seine Sendboten verworfen und gehasst hat, wird als "Bock" zur Linken gestellt und empfängt ewiges Gericht.

Dieses Bild des Endgerichts wiederholt sich in der Offenbarung Johannis, wo gesagt wird: „Und alle Völker werden vor ihm versammelt werden und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirte die Schafe von den Ziegen scheidet, und er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, die Zicklein aber zu seiner Linken. Der Höhepunkt dieser Hirtenbilder ist sicher der Psalm 23, was wir eben zusammen gelesen hatten: Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.
Der gute Hirte ist im Christentum eine der ältesten Bezeichnungen für Jesus Christus. Es war übrigens auch ein Lieblingsbild mancher römischer Herrscher. Kaiser Augustus ließ sich gerne in Stauen im Hirtengewand mit einem Schaf zu seinen Füßen abbilden. Wie die Hirten immer wieder auf der Suche nach neuen Weidegründen sind, so müssen die Könige damals und die Politiker heute versuchen, immer neue Lebensmöglichkeiten für ihr Volk zu finden. Das tut auch heute der Präsident unseres östlichen Nachbarlandes, indem er sich vor ein Paar Wochen in einem Interview als Hirten des russischen Volkes bezeichnete. Neue Weidegründen…Ein Lieblingsmotiv vieler Machthaber durch die Zeiten.

Der gute Hirte aber kennt die Schafe und ruft sie einzeln beim Namen. Die Schafe erkennen ihn an der Stimme. Bis zur Hingabe des eigenen Lebens setzt sich der gute Hirte im Gegensatz zum Lohnhüter für die Herde ein.
Den Hintergrund der allegorischen neutestamentlichen jesuanischen Hirtenworte bildet das Hirtenmotiv des Alten Testaments, das auf Gott selbst bezogen ist. Einen Gegenpol hat die Allegorie Jesu als dem guten Hirten in dem des „Lammes Gottes“. Hier erscheint Jesus als makelloses Lamm, das zur Vergebung der Sünden geopfert wird.

Liebe Gemeinde! Wir blieben eine Weile bei der Hirten- und Lammkunde, um vielleicht besser in diese archaische Bilderwelt hinein zu kommen und uns von den abwegigen Hirtenvorstellungen und romantischen Weidelandschaften zu befreien.

Unser heutiger Predigttext ist eine Doxologie, ein Gotteslob am Ende des Hebräerbriefes. In ihn wurde die zentrale Aussage des Briefes destilliert. Die ursprüngliche Aufgabe des Textes war die neuen Gemeindemitglieder in Rom in ihrem Glauben und Gemeindeleben zu stärken. Der Text hat einen direkten Bezug auf die Osterereignisse und er baut gleichzeitig eine Brücke von der Passion zum Himmelfahrt. Der Text bildet auch einen Übergang zwischen dem Alten und Neuen Testament, indem er  besagt, dass die Sünden des alten Bundes durch das Blut des ewigen Bundes vergeben sind. Mit Jesus Christus ist die neue Ära eingetreten.

Liebe Gemeinde, wir verlassen jetzt die neutestamentlichen Realien und nehmen ins Visier das Hirtenamt. Hier und da gibt es sie ja tatsächlich, die guten Vorbilder, für die wir Gott wirklich nur dankbar sein dürfen. Der gute Hirte, den die Bibel beschreibt, ist keine menschliche Möglichkeit. Es ist Gottes Freiheit, sich uns anzubieten als der gute Hirte. Aber auch der gute Schafhirte taugt als Beispiel für das, was Christen füreinander sein können: Begleitung, Stütze und Stärke. Menschen, die füreinander wichtig sind und einander helfen zu leben. Das ist schon sehr viel. Solange wir einander segnen, einander begegnen in der Nachfolge des guten Hirten, der da ist für die Seinen, solange ist die Kirche nicht verloren.

Es gibt allerhand Hirten, sowohl weltliche als auch kirchliche, aber es gibt nur einen guten Hirten. Die Menschen bleiben fehlbar, auch die Besten. Sie können irregehen und auch falsch führen. Die Menschheit hat sich im Laufe der Geschichte von allerlei Hirten führen lassen und tut das immer noch, dafür haben wir reichlich Beispiele.

Die bösen Hirten weiden an sich selbst, sie kennen ihr Schaar nur als ein Mittel für die eigene Selbstverwirklichung und Machtentfaltung. Sie lassen ihr Leben tatsächlich nicht für ihre Schafe. Von dieser Heimsuchung sind leider auch die Kirchen betroffen: die römische Kirche mit ihrem Papstwesen und Sakramentisierung des Priestertums und die orthodoxe mit ihrer engen und langen Liaison mit den jeweiligen Machthabern. Die Führungsprobleme unserer Kirche sind ein bisschen anders. Der Stein des Anstoßes für diejenige, die für obere Hirtenämter im Lande eingekleidet sind, ist die Fügsamkeit und die bedingungslose Anpassung zum Zeitgeist. Man rasiert mit dem Strich, damit es nicht weh tut.


Und wie sieht dieser Zeitgeist aus? Es wird in vieler Weise versucht die Religion in der Gesellschaft zu marginalisieren und entwässern, mit der Begründung, dass alle Bürger des Landes die christlichen Werte nicht teilen können oder wollen. Diese antikirchliche und antichristliche Kräfte  sind besonders emsig im Bereich der Erziehung gewesen: typische Beispiele sind die Suvivirsi- und Tageseröffnungsdiskussion und der Schlacht um die zukünftigen Religionslehrpläne gewesen. Je weniger wir christliche Früherziehung haben, desto weniger wird es auch Christen geben, so etwa läuft die Logik dieser lauter Minderheit, die leider auch von den führenden Medien unterstützt wird.

Es ist angenehmer und populärer über die Gleichberechtigung, Pluralität, Solidarität und Demokratie zu reden als über die Sünde, Gnade und Seelenheil. Es besteht die Gefahr die Botschaft Christi zu einer sozialen Gerechtigkeitspredigt zu reduzieren. Es kann auch nicht wahr sein, dass die sexualethischen Fragen die Mitte der christlichen Botschaft bilden. Da hätten unsere Hirten lauter sein können und in Kauf nehmen, dass es nicht immer geklatscht wird. Die Gerechtigkeit ist die Folge und Frucht des Glaubens, nicht ihre Voraussetzung. Die Hirtenarbeit sollte auch eine prophetische Arbeit sein, obgleich sie in der jetzigen Zeit durchgeführt wird.

Andererseits, wenn man die Nachfolger Jesu anschaut, waren sie auch keine besonderen Glaubenshelden, wie zum Beispiel der dreifache Versager Petrus, der später den Fels der Kirche bilden sollte.
Sein dreifaches Versagen muss Petrus durch sein dreifaches
Bekenntnis wieder gut machen. Jesus nimmt es an und setzt den reumütigen Sünder wieder ein. Und gerade diesem gibt er den Auftrag: Weide meine Schafe!

Jesus sucht sich, das sehen wir im ganzen Neuen Testament,
immer wieder Menschen, denen man es eigentlich nicht zutraut, dass sie das Hirtenamt ausüben könnten. Aber gerade darin liegt ja das Besondere an dieser Aufgabe, an diesem Amt.

Als Pfarrer bin ich nicht der gute Hirte, weder die liebe Katja, Erik oder Hans-Martin. Wir sind Schäfer mit unterschiedlichen Gaben, vom guten Hirten beauftragt um SEINE Schafe zu weiden. Er ist unser guter Hirte, er soll dem Verlorenen nachgehen und den Verletzten heilen. Jesus hat gesagt: Weide meine Schafe! Aber
damit hat er mich nicht zum guten Hirten gemacht, sondern
ich bleibe, was ich war: Ein Mensch, der fehlen kann, ein
Sünder wie du und ich. Der Auftrag des Pfarrers ist es: Gottes Wort zu verkünden und die Sakramente zu verwalten. Dass dieses Wort aber wirkt, dass Menschen gerettet werden, dass Sünden vergeben werden, das kann nicht der Pfarrer, das kann nur Gott.

Vor Ostern wurden in manchen finnischen Gemeinden sogenannte „Twaarnas“ gehalten, das ist eine Twitterpredigt, etwa 140 Zeichen lang und könnte auf Deutsch „Twredigt“ heissen. Die Idee war die redseligen Pfarrer abzubremsen und sich auf das wesentliche zu konzentrieren. Vielleicht könntest du heute das nach Hause mitbringen: „Du bist einzigartig, du bist ein Abbild Gottes. Dies ist dein Vorteil, Freiheit und Pflicht. Es gibt keinen direkten Weg zum Christsein. Wenn du diesem Bild deinen Rücken kehrst, wirst du von Angst, Zweifel und Not begleitet. Deine Aufgabe als Mensch ist, das zu werden, wozu du bestimmt bist. Die richtige Freude kann nur durch den Durst der Seele erzielt werden. Dieser Lebensweg ist gangbar nur durch die Umwandlung und Änderung. Auf diesem Wege hast du den treuen Begleiter, der dir sagt:

"Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen."

Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus zum ewigen Leben. Amen


Weil ich Jesu Schäflein bin...










sunnuntai 3. helmikuuta 2013

Weihnachtspredigt 2012


Joulusaarna
Tämä saarna pidettiin käsittämättömän kauniina talviaamuna 21.12.2012 Suomenlinnan kirkossa aamulla kello yhdeksän.
 
Predigt in der Weihnachtskirche am 21.12.2012 in der Suomenlinna-Kirche

Liebe Brüder und Schwester in Jesus Christus! Rakkaat siskot ja veljet Jeesuksessa Kristuksessa!

Unsere Weihnachstreise hat heute Morgen begonnen: die Fähre übersetzte uns auf die Suomenlinna-Insel, auf eine Festungsinsel, die im Laufe der Jahre die Stadt entweder vor Russen, Schweden, Engländern, Deutschen oder vor uns selbst geschützt hat. Der hellsichtige hat schon vor der Kirche bemerkt, dass sie von den alten, aufgestellten Kanonen umgeben ist. Wir befinden uns in einer Kirche, die früher eine orthodoxe Garnisonskirche, also eine Kirche für die Soldaten war. Als Finnland im Jahre 1917 unabhängig wurde, begann der schwere Bürgerkrieg. Wo heute die Sommerfrischler sorglos ihre Decken ausbreiten und das Leben genießen, lag im Jahre 1918 ein Lager für die gefangenen Rotgardisten, in dem die Lebensumstände unbeschreiblich waren. Der Preis für den jetzigen gesellschaftlichen Frieden und Wohlstand ist hoch gewesen. In den 20-er Jahren wollte man alle Spuren des ehemaligen russischen Herrschers ausjäten. Dies galt auch dieses Gotteshaus, die früher wie eine richtige orthodoxe Kirche mit Zwiebeltürmen aussah. Nach der Renovierung bekam die Kirche ihr schlichtes, lutherisches Aussehen und dient seitdem als ein evangelisches Gotteshaus.

Heute können wir uns darauf freuen, dass wir dieses Fest gemeinsam mit unseren orthodoxen und katholischen Brüdern und Schwestern feiern dürfen. Weihnachten verbindet uns alle, egal in welcher Tradition wir aufgewachsen sind. Ohne Bethlehem, Stern und Krippe wären wir heute nicht hier.

Wir wissen alle was ein Wiederkäuer ist. Die lieben Kreaturen auf der Wiese produzieren uns durch abwechslungsreiches Hin und Her frische Milch. Die katholischen mittelalterlichen Kirchenväter sprachen auch über das Wiederkäuen, aber im geistlichen Sinne - sie nannten es „ruminatio“. Das bedeutet, dass wir die alltäglichsten Worte des Evangeliums, die wir alle Jahre wieder hören, auskosten sollten und versuchen dadurch tiefer in die Geschichte einzudringen und vielleicht auch dabei einen Schluck Milch zu bekommen. Fangen wir an mit den alltäglichsten Worten des Weihnachstevangeliums.

Es begab sich aber zur der Zeit. Mit dieser Zeitbestimmung beginnt das Evangelium. Die Zeitrechnung beginnt vom Christi Geburt. Das Christentum wurde zur der Zeit begründet. Dass Christus als ein Mensch in die Welt kam, war ein historisches Ereignis. Es gibt keine merkwürdige und von unserem Leben getrennte Jesus-Zeit, wo sich die abenteuerlichsten Wunder geschehen. Die Zeit Christi ist die Zeit, die wir als Menschen kennen. Das will auch unser Evangelist Lukas betonen, wenn er den Kaiser und den Statthalter mit Namen erwähnt. Das Christusereignis ist geschichtlich eingebettet. Es begab aber zur der Zeit. Dieser Satz ist schon ein Gnadensatz: die Wende in der Geschichte der Menschheit war schon vor zweitausend Jahren, Weihnachten ist schon vor mir da gewesen und wird nach mir sein. Weihnachten kommt auch ohne meine eigenen Anstrengungen.

Und diese Schätzung war die allererste. Die Schätzung bedeutete, dass Maria und Josef Steuer zahlen sollten. Sie waren anständige Bürger und wollten dem Kaiser geben was ihm gebührte. Die Steuern könnte man auch als „offizielle Nächstenliebe“ nennen. Der Staat liebt seine Bürger mit den Mitteln, die er von denen eingesammelt hat. Von Natur aus wollen wir nicht teilen sondern horten. Vor einer Woche hatten wir in der Schule die Schriftstellerin Rosa Liksom zu Besuch. Jemand erkundigte sich nach ihrem Menschenbild. Sie sagte, dass die kulturelle Schicht in einem Menschen so dünn sei, dass wenn man die ein bisschen kratzt, sieht man schon eine Bestie. Wir Christen nennen das mit dem Namen Erbsünde. Wir sind von Natur aus nicht gut sondern schlecht. Wir geben, wenn wir geben müssen. Aus der Kirche kann man austreten aber nicht aus dem Staat. Steuer müssen wir zahlen. Das müssten auch Maria und Josef tun. Als ein alter Steuerzahler sage ich euch allen als zukünftige Steuerzahler: zahlt mit Freude. Teilen ist ein Zeichen der Liebe und die Liebe ist das Größte.

Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe. Vielleicht theologisieren wir die Windel nicht allzu sehr. Windel wie Windel. Bertold Brecht hat in seinem Wiegenlied einer proletarischen Mutter geschrieben „Wo ein Paar Windel und Tücher, riesige Siege sind“. Millionen von Müttern dieser Welt wissen auch heute nicht, wie sie ihre Babys einwickeln sollten. Mit dieser biblischen Windel ist vielleicht gemeint, dass das Kind ein gewöhnliches Kind war, wie die anderen.

Woher Maria den Stoff ergattert hat, aus ihrem Kopftuch oder zerfetzte sie die Hose von Josef, wissen wir nicht und spielt auch keine Rolle. Wichtig ist, dass Jesus ein Mensch wurde, kein Semi-Mensch, Als-ob-Mensch oder Möchte-gerne Mensch, sondern ein richtiger Mensch. Luther hat gesagt: „Je enger wir Christus mit unserer Natur und Fleisch verbinden, desto trostvoller ist das uns.“ Aber er sagte auch: „Die Windel ist die Heilige Schrift, worin die ganze christliche Wahrheit eingewickelt ist. „Vielleicht sollten wir die geheimnisvolle Botschaft der Windel während der Ferien wiederkäuen.

In unserem Handprogramm seht ihr zwei Krippen dargestellt: das erste ist das Bild von Sieger Köder mit Namen „Das Wort ward Fleisch“ und das andere „Die Anbetung der Hirten“ von Rembrandt. Heute am Tage der Wintersonnenwende ist uns ein Teil der Botschaft des flämischen Meisters klar: Einbruch des Lichtes, Anfang des Frühlings, Überwindung der Dunkelheit keimen schon. Wir lechzen nach Licht und Sonne. Die vierschrötigen Hirten bewundern das Kind, aus dem das Licht strömt. Hier ist die Weihnachtsbotschaft: Christus ist das Licht meines Lebens.

Dieselbe Botschaft wird nur andres ausgedrückt in Köders Gemälde. Derjenige, der die Mikroschrift entziffern kann, liest im Buch in der Krippe: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt!“ Die einfache Botschaft über Christi Geburt ist bei Johannes, aus dessen Evangelium die Verse stammen, durch die griechische Geisteswelt gesiebt worden. Der Logos, der Unbewegte Beweger, der Anfang und Ende ist da im Stall, in der Krippe, in den Windeln. Welch ein Widerspruch! Christus ist zu denen gekommen, die kein Zuhause haben, zu den armen, zu denen, die keine feste Stelle im Leben haben.

Die Hirten gehörten sicher auch zu solchen Menschen: wenn die anderen in ihren warmen Betten schliefen, waren sie im Einsatz für die ganze Gemeinschaft. Sie sorgten dafür, dass alles läuft, wie es laufen soll. Die Hirten waren die ersten Zeugen bei Christi Geburt. Er kam eben zu den „mühseligen und beladenen“, damit er sie erquicke.

Ähnlich wie die Hirten sind wir heute hier: alles haben wir gegeben, durch dick und dünn sind wir gegangen und schweben am Rande unserer Kräfte,  und jetzt warten wir nur auf das erlösende Wort: Weihnachten.

Rakkaat veljet ja siskot! Asiat voidaan jakaa kehällisiin ja ydinasioihin. Tänään olemme viipyilleet joulukertomuksen kehällä: veronkannossa, seimissä, paimenissa ja vaipoissa. Kehällä on myös muunlaista tavaraa: lahjavuoria, lipeäkalaa, kinkkuja ja petteripunakunoja – sitä joulua, jota me otsa hiessä valmistelemme. Ydintä ei voi usein ymmärtää ilman kehää, mikä on sen ympärillä. Kehä on meille apuneuvo ytimen tarkasteluun, eikä sille pidä nauraa. Kristusta ei voi tässä ajassa katsoa kasvoista kasvoihin, mutta voimme olla häneen yhteydessä rukouksessa, lukiessamme Jumalan sanaa ja sakramenteissa. Kehällä olevat asiat puhuvat yhdestä ja ainoasta, ihmiseksi tulleesta Jumalasta, joka on sinun ja minun Vapahtaja.

Joulun sana, se kehdossa oleva logos, on armon sana. Sinun ei tarvitse kantaa kuormiasi yksin, sinulla on puolestapuhuja nyt ja aina. Sinun elämässäsi on valo. Lasten laulun sanoin:

Tulemme, Jeesus, pienoises,

nyt Betlehemin seimelles.

Sä valos loistaa meille suo.

ja jouluriemu meille tuo.

 

Me luokses käymme kiittäen,

sun etees maahan langeten.

Sä ota meidät omikses,

sun sisarikses, veljikses!

 

Nyt seimes luona veisaamme,

ja sulta, Jeesus, pyydämme:

Suo kerran meidän, lapsien,

sua kiittää eessä istuimen!

Meille kaikille siunattua matkaa jouluun!
Eine gesegnete Weihnachtszeit für uns alle!